Dr. phil. Karl Gottlieb Lappe
| 1773 | Am 24. April wird Karl Lappe als jüngstes von 6 Kindern in Wusterhusen, in der schwedischen Provinz Pommern geboren.
Vater: Pastor Jacob Christian Lappe
Mutter: Theodora Christina geb. Brunst
| 1778 | Erster Unterricht bei Kantor Völker in Wusterhusen Fortsetzung unter Kandidat Schüler in Gustebin
| 1780 | Vater Jacob Christian Lappe verstirbt am 16. Januar an Schwindsucht
| 1781 | Umzug zum ältesten Bruder Johannes, der Diakon auf Usedom ist
| 1785 | Beginn der Wolgaster Schulzeit an der "Großen Stadtschule" und Ausbildung unter Rektor Ludwig Gotthard Kosegarten
Freundschaft mit Jakob Runge, dem älteren Bruder von dem bedeutenden Maler der Romantik, Philipp Otto Runge
| 1789-1793 | Studium der Theologie, Philosophie und Philologie an der Universität Greifswald unter Peter Ahlwardt, Cölestinus Piper Freundschaft zu J. Ernst Daniel Parow, Johann Christian Henning und Ernst Moritz Arndt
| 1793 | Unterstützung der ältesten Schwester Henriette, Gattin des Predigers Piper, in deren Erziehungsanstalt für Knaben in Reinshagen bei Güstrow
Später wird er Hauslehrer in Mecklenburg, Neustrelitz und in Sophienhof, dann wieder Hauslehrer in Reinshagen
| 1798 | Hauslehrer bei Ludwig Gotthard Kosegarten in Altenkirchen auf Wittow auf Rügen
Erste Gedichtsveröffentlichung im Göttinger Musenalmanach
| 1801 | Ab Ostern zum Lehrer der Quarta am "Humanistischen Gymnasium Stralsund" gewählt.
Heirat mit Ulrike Schindler, einer Pastorentochter aus Gustow
Trauung in Reidervitz auf Rügen unter Kosegartens Weiherede
Amtswohnung im Bethanienhaus in Stralsund
| 1806-1814 | Franzosenzeit: erzwungener Umzug innerhalb Stralsunds (Ravensberger Straße, dann Bielkenhagen)
| 1806 | Lappe und Philipp Otto Runge wandern auf Rügen
| 1814 | Lappe, bereits von einer tödlichen Krankheit (wohl Lungentuberkulose) befallen, bewirbt sich erfolglos um die Pfarrstelle in Wusterhusen; tiefe Depressionen sind die Folge
| 1817 | Auf dringendes Anraten seines Arztes erfolgte die Entlassung aus dem Schuldienst . Die Familie zieht in das Predigerwitwenhaus von Steinhagen bei Stralsund.
| 1818 | Erwerb des Heidenschen Hofes in Pütte bei Stralsund aus dem Konkurs für 1420 Taler. Zur Familie gehören inzwischen sieben Töchter und zwei Söhne, die vom Vater u.a. in englisch, dänisch und schwedisch unterrichtet werden. Gesundung des "Landwirtes" Lappe
| 1824 | Vernichtung des Wohnhauses durch Brandstiftung. Das neue Wohnhaus entsteht dank geretteter Dichtungen und der Hilfe vieler Freunde und Verehrer.
| 1830 | Anläßlich des Jubiläums der Augsburger Konfession wird Lappe zum Dr. phil. ernannt.
| 1835 | In Stralsund eröffnen zwei Töchter Lappes eine Mädchenschule.
| 1842 | Umzug nach Stralsund in die Heilgeiststraße 33
| 1843 | Der letzte Wohnort des Dichters Karl Gottlieb Lappe befand sich in der Heilgeiststraße 33 in Stralsund. Am 28. Oktober verstirbt Karl Lappe. Er wird auf dem Alten Frankenfriedhof beerdigt.
"Schlaf oder Tod, hell strahlt das Morgenrot" lautete der Spruch auf seinem Grabkreuz.
Im Zuge der ..... wurde sein Grab in den 1960er Jahren zerstört. Nur noch ein paar alte Fotos der letzten Ruhestätte erinnern an....
Lappe zu Ehren wurde aber, wahrscheinlich schon Ende des 19. Jhd. in der Heilgeiststraße 33 in Stralsund eine Gedenktafel an seinem letzten Wohnort angebracht.
Während eines Luftangriffs auf die Hansestadt am 6. 10. 1944 wurde das Haus zwar zerstört und die Tafel verschüttet, aber dieses Kapitel war damit noch lange nicht abgeschlossen!
Bevor Lappe nämlich nach Stralsund zog, lebte er lange Jahre in seiner "Hütte in Pütte". Diese hatte er selbst gebaut und lange Jahre dort verlebt.
Im Jahre 1986 erwarb der Landarzt Dr. Ludwig Sander dieses Haus, das auch lange als Schulgebäude diente und ließ es zu Wohnzwecken umbauen.
Dabei half ihm unter anderem Herr Lothar Leistikow aus dem benachbarten Kordshagen. Diesem erzählte Dr. Sander von dem einst so bekannten Vorbesitzer.
Das Schicksal wollte es, dass Leistikow Mitte der 90er Jahre in der Heilgeiststraße in Stralsund Bauarbeiten durchführte und die Gedenktafel fand!
Er erinnerte sich an den Dichter und brachte die Tafel zu Herrn Dr. Sander, die sie über Jahre aufbewahrte.
Und hier schließt sich der Kreis, denn Herr Sander hörte von der Gründung des "Karl-Gottlieb Lappe Vereins" und erreichte den Heimatforscher Ingo Gudusch, dem er diese Geschichte erzählte.
Seit 2016 befindet sich die Tafel nun im Besitz des Vereins.
Die Gedenkplatte wurde inzwischen von einem Restaurator erneuert. Mit der Unterstützung von engagierten Firmen im Umland und beherztem Enthusiasmus einiger Vereinsmitglieder wurde ihr nunmehr im Pfarrgarten seines Geburtshauses in Wusterhusen ein neuer Platz gegeben.